NVA - aktuell

Prozess wegen Minen-Befehls an der Staatsgrenze der DDR

Wegen der Minensperren an der Staatsgrenze der DDR müssen sich ab Montag, dem 07. Februar 2000 zwei ehemalige Mitarbeiter des DDR-Verteidigungs- ministeriums vor dem Landgericht Frankfurt/Oder verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft den 72 und 73 Jahre alten Rentnern Beihilfe zum Totschlag und zum zweifachen versuchten Totschlag vor.

Als hochrangige Mitarbeiter der Abteilung Pionierwesen mit Sitz in Strausberg sollen sie in den 70er-Jahren an den vom DDR-Verteidigungsminister erlassenen Jahresbefehlen über die Aufgaben zur Sicherung der Staatsgrenze zur Bundesrepublik mitgewirkt haben. Die Befehle legten, so die Anklage, den pioniertechnischen Ausbau unter anderem mit so genannten Selbstschussanlagen vom Typ SM 70 fest.

Die Jahresbefehle seien von den zuständigen Grenzregimentern der NVA umgesetzt worden. Beide Angeklagte hätten zumindest billigend in Kauf genommen, daß es in der Umsetzung der Befehle zur Tötung oder Verletzung von Menschen kommen könnte, die über die Grenze flüchten wollten.

Für den Prozess sind zunächst sechs Verhandlungstage angesetzt.